
Józef Wiśnicki aus Częstochowa sprang aus dem Zug nach Treblinka und entrann so dem sicheren Tod. Mit gefälschten Papieren kam er als polnischer Arbeiter ins Deutsche Reich – nach Bludenz. Ab April 1943 arbeitete er in der Gärtnerei Schaub. Die letzten Kriegsmonate überlebte er im Polizeigefängnis Bregenz und im Innsbrucker KZ Reichenau. 1946 heiratete er Leokadia Justman in Innsbruck. Seine 1997 in New York verfassten Erinnerungen erscheinen nun erstmals in deutscher Übersetzung und mit historischen Anmerkungen. Dieser Abend gibt Einblick in die historische Spurensuche.
Die Herausgeber
Niko Hofinger, geboren 1969 in Innsbruck. Studium der Politikwissenschaft und Geschichte (nicht abgeschlossen). Ab 1999 selbstständig als Programmierer und Ausstellungskurator, seit 2019 auch halbtags im Stadtarchiv Innsbruck. Wissenschaftliche Publikationen zu Tiroler Nachkriegspolitik und jüdischer Regionalgeschichte, ein Roman.
Dominik Markl, geboren 1979 in Innsbruck, ist Jesuit und Professor für Hebräische Bibel / Altes Testament an der Universität Innsbruck. Zuvor lehrte er in Rom, Washington DC, Berkeley und Nairobi. Er forscht zur Religionsgeschichte des Monotheismus, politischer Ideengeschichte, Traumatheorie, Diskursen der Massengewalt und Holocaust.
Der Autor
Joseph Wisnicki (1916–2016), jüdischer Soldat der polnischen Armee, überlebte Holocaust und Krieg durch mutige Fluchten in Polen und Vorarlberg. 1997 schrieb er seine Erinnerungen My Fight for Survival, die nun erstmals literarisch übersetzt erscheinen.
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