
Unter dem Eindruck der Shoa rückte die katholische Kirche schrittweise von den über Jahrhunderte andauernden antijüdischen Praktiken ab. Mit der Konferenz von Seelisberg 1947 begann der christlich-jüdische Dialog, bei der die Überwindung des Antisemitismus im Vordergrund stand. Mit dieser Konferenz wurde aber auch der Grundstein für eine theologische Neuorientierung der christlichen Kirchen gelegt. Der Antijudaismus war damit aber weder in der Kirche noch in der Gesellschaft überwunden. Ein weiterer und entscheidender Meilenstein wurde 1965 mit der Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen "Nostra aetate", und damit bzw. vor allem zum Judentum gesetzt. Der Dialog wurde intensiviert und institutionalisiert. Der "Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum" steht das IJCIC "International Jewish Committee for Interreligious Consultations" gegenüber. Auf nationaler Ebene wurde der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit gegründet, das in lokale christlich-jüdische Komitees gegliedert ist. In Innsbruck besteht eines davon.
Seit dem 7. Oktober und dem darauf folgenden Gazakrieg steht der wieder aufkeimende Antisemitismus und vor allem die Kritik am israelischen Vorgehen in Gaza im christlich-jüdischen Dialog vermehrt im Fokus. Mehrere öffentliche Äußerungen seitens der Kirche wurden von jüdischer Seite als einseitig und unausgewogen empfunden und zurückgewiesen. Im lokalen christlich-jüdischen Komitee wurde dieses Thema daher aufgegriffen.
Anlässlich des Besuches von Oberrabbiner Jaron Engelmayer in Innsbruck, der sich stark im interreligiösen Dialog engagiert, soll die Gelegenheit genutzt werden, mit den Vertretern der im Komitee vertretenen Kirchen ein Gespräch zu führen und damit die Positionen zum Staat Israel und dessen Bezug zur "Landverheißung" auszutauschen.
Am Podium diskutieren:
Oberrabbiner der IKG Wien Jaron Engelmayer,
Univ.Prof.em.Dr. Roman Siebenrock, Vorsitzender des christlich-jüdischen Komitees,
Superintendent der Evangelischen Kirche von Salzburg und Tirol.
Sollten Sie zum Zeitpunkt der Veranstaltung verhindert sein, bitten wir um rechtzeitige Absage an office@ikg-innsbruck.at oder Tel. +43 512 586892. Vielen Dank!